Impuls zu Ostern

Liebe KAB Mitglieder, liebe Schwestern und Brüder,

die Fastenzeit geht dem Ende entgegen und die Ostertage stehen vor der Tür. Die Tage von Gründonnerstag bis Ostern können uns Lehrmeister für unser Leben sein:

Annehmen – Loslassen – Eins-werden.

Der Gründonnerstag steht für „Annehmen“.

Jesus nimmt seinen göttlichen Auftrag an, er gestaltet sogar den Abschied mit seinen Freunden, gibt ihnen durch die Fußwaschung sogar noch ein Zeichen und eine Haltung mit auf ihren weiteren Weg. Er nimmt das Gegebene an und versucht es aktiv zu gestalten.

Der Karfreitag steht für „Loslassen“.
Jesus begibt sich in die Hand derer, die ihm Schlechtes zu Teil werden lassen. Er liefert sich aus und gibt sich in die Hand von Menschen. Er verlässt seine Freunde, geht seinen Weg, trennt sich von allem. Er leidet und lässt schließlich seinen eigenen Willen und am Ende sein Leben los.

Ostern steht für „Eins-werden“.
Jesus wird im und durch den Tod hindurch eins mit seinem Vater. Er ist Mensch und Gott zugleich.  Das Annehmen und das Loslassen, sein gegangener Weg und sein Tod werden vollendet, bekommen ihren Sinn.

Annehmen – Loslassen – „Eins-werden“
Auch wir müssen in diesen Tagen manches erleben, was uns schwer fällt. Sei es Einsamkeit, sei es die Sorge, wie es weitergeht nach der Pandemie, oder gar die Angst um die eigene Gesundheit, die Existenz oder um das eigene Leben. Wir müssen verzichten, auf Begegnung, Vergnügen, Feiern. Vielleicht können uns die Grundhaltungen Jesu dabei helfen.

Annehmen muss nicht heißen gleichgültig oder blauäugig zu sein! Annehmen kann heißen, ich bin mir meiner Endlichkeit bewusst, daher dankbar für alles, was mir geschenkt ist, das Leben, die Menschen, die es mit mir teilen, mein Dach über dem Kopf, mein Auskommen usw.. Die frühen Theologen meinten im Zusammenhang mit der Mensch-werdung Gottes, dass alles, was nicht angenommen wird, auch nicht erlöst werden kann. Annehmen bedeutet oft auch, mit den Mitteln und Fähigkeiten, die ich habe, das Aktuelle zu gestalten.

Loslassen muss nicht heißen mittellos zu werden! Es kann aber bedeuten, dass ich mich auf das Wesentliche im Leben besinne. Es kann aber bedeuten, dass ich lieb gewordenes lassen muss, dass ich manches verliere. Das führt dazu, mich aufs Wesentliche zu besinnen. Was ist mir wichtig, was bedeutsam für mich? Welche Werte möchte ich Leben, welche nicht….

„Eins werden“ muss nicht heißen, sich zu vergessen, zu verlieren. Die Theologie spricht davon, dass Gott Mensch wurde und der Mensch göttlich. Diese Verbundenheit ermöglichte Jesus im Namen Gottes zu wirken, seinen Willen zu tun. Wenn wir uns für Gott öffnen, dass er in und durch uns wirken kann, dann lassen wir uns auch berühren von seiner Kraft. Die Kraft, die seinen Sohn ermächtigte am dritten Tage aufzuerstehen. Dies kann uns motivieren und stärken im täglichen Tun und unserem Handeln.

Annehmen – Loslassen – „Eins werden“

Gehen wir doch im zweiten Jahr dieser Pandemie mit diesen 3 Begriffen in die Kar- und Osterfeiertage und schöpfen wir Kraft in unserem Glauben, dass Gott uns alle liebt, so sehr, dass er uns in Not und Tod zur Seite ist. In diesem Sinne wünsche ich Euch und Ihnen gesegnete Kar- und Osterfeiertage!

Diakon Matthias Schneider, Diözesanpräses

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